Wohngarten und Groundscraper in Hamburg ‚Große Horst‘: Städtebauliches Konzept mit flexiblen Wohntypologien

27 02 2018

Wohngarten und Groundscraper in Hamburg ‚Große Horst‘: Städtebauliches Konzept mit flexiblen Wohntypologien
Im Hamburger Ortsteil Klein Borstel entwarf De Zwarte Hond das städtebauliche Konzept für das Wohnquartier ‚Große Horst‘ mit mehr als 100 Wohneinheiten. Das 1,8 ha große Areal bietet seit 2004 geflüchteten Menschen eine Unterkunft. Diese Nutzung soll bis 2022 aufgeben werden; danach soll an diesem Ort ein attraktives Wohnungsbauprojekt mit wirtschaftlichen und förderfähigen Wohnungen entstehen. De Zwarte Hond arbeitete für den städtebaulichen Wettbewerb ‚Große Horst‘ einen gut durchdachten städtebaulichen Plan aus. Das Konzept kann mit seinen interessanten Wohntypologien auch für andere Neubauprojekte Impulse setzen und wurde im Wettbewerb mit dem 2. Preis ausgezeichnet.

Das ausdrückliche Ziel, kostengünstigen und geförderten Wohnungsbau in allen Typologien zu ermöglichen, löst der Entwurf durch ein hohes Maß an Flexibilität ein. Die relativ tiefen Gebäude erzielen durch ihre Kompaktheit mit einem einem günstigen Verhältnis von Oberfläche zu Volumen positive wirtschaftliche Effekte. Gleichzeitig bieten die 112 Miet-, Eigentums- und Sozialwohnungen viel Qualität und Raum für individuelle Entfaltung. Private Gärten werden auf die Dächer verlegt, so entsteht Raum für Gemeinsamkeit und Interaktion im öffentlichen Raum. Für die jeweils 2-geschossigen Baukörper (Vorgabe des Wettbewerbs) wurden drei Grundtypen entworfen:

(1) Back to Back
In dem kompakten Bauvolumen liegen 2-geschossige Maisonettwohnungen „Rücken an Rücken“. Die Erschließung mit Treppe und Aufgang zum privaten Dachgarten sowie die Bäder liegen jeweils im Inneren des Baukörpers. Jede Wohnung ist mit einem separaten Eingang und grünem Vorbereich ausgestattet.

(2) Verschachtelte Reihenhäuser
Die verschachtelten Reihenhäuser sind sehr schmal und damit wirtschaftlich konzipiert. Jeweils zwei große 4-Zimmerwohnungen und eine kleine barrierefreie Wohnung bilden eine Einheit, haben jedoch auch separate Eingänge und einen grünen Vorbereich. Alle Wohnungen verfügen über einen privaten Dachgarten.

(3) Geschosswohnungsbau 
Dieser Grundtyp ist als sehr kompaktes und tiefes Gebäude mit einem lichtdurchfluteten Treppenhaus konzipiert, von dem aus auch der gemeinschaftliche Dachgarten erschlossen ist. Durch das günstige Verhältnis von Oberfläche zu Volumen kann auch bei kleinen Wohnungen eine Wirtschaftlichkeit erreicht werden.

Die vorhandenen Freiraumqualitäten wie die Nähe zum angrenzenden Friedhof Olsburg wurden im Entwurf gestärkt. Der Plan wirkt insgesamt sehr lebendig und selbstverständlich. Die Gebäude fügen sich natürlich in die vorgegebene Typographie ein und wechseln sich mit Spielflächen, Grünflächen, Obst- und Gemüsebeten ab. Die Siedlung verfügt über eine Tiefgarage, ist gut an den ÖPNV angeschlossen und abgesehen von Liefer- und Rettungsfahrzeugen autofrei ausgerichtet.

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Wenden Sie sich an Matthias Rottmann unter rottmann@dezartehond.de
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