Bernoulliborg, Fakultätsgebäude Mathematik und Naturwissenschaften

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Viel Tageslicht und optimale Gebäudeausrichtung
Das Fakultätsgebäude für Mathematik und Naturwissenschaften der Universität Groningen ist eines der ersten Neubauten in der Sanierung des Zernikecampus. Das Gebäude bietet Platz für die zentralen Einrichtungen der Rijksuniversität auf dem gesamten Campus. Neben Büros und Arbeits- und Bildungsräumen umfasst es ein Restaurant, eine Bibliothek, Hörsäle, einen Ausstellungsraum und zwei Geschäfte. Dieses Programm ist außen hinter dem volltransparenten Sockel über zwei Schichten sichtbar. Darüber schwebt ein großes Volumen, bedeckt mit blauen Siebdruckgläsern, in dem die Arbeits- und Unterrichtsräume der Fakultät untergebracht sind. De Zwarte Hond wurde von West 8, dem Betreuer der Gegend, beauftragt, an dieser Stelle ein transparentes Gebäude zu entwerfen. Der Auftraggeber wünschte sich eine schnelle Bauzeit und ein flexibles, leichtes und einladendes Gebäude.
Zwei große Atrien durchbrechen die Decke der unteren Geschossebenen und sorgen für Tageslicht und Orientierung im Herzen der öffentlichen Flächen. Der grüne Saum des Campus und der Flur das Erdgeschosses können als durchgehender Boden gelesen und erlebt werden: eine Landschaft mit Höhenunterschieden. Eine große, terrassierte Treppe mit Ausstellungsraum führt den Besucher vom Eingang durch eines der Atrien in den ersten Stock. Die bodentiefen Glasfassaden bieten einen Panoramablick auf die Umgebung und machen Aktivitäten von außen sichtbar. Die Verkehrsflüsse breiteten sich von dieser Eingangsebene weiter durch das Gebäude aus. Der große, offene Grundriss der ersten Etage öffnet das Restaurant, die Bibliothek, den Rückkauf und einen großen Hörsaal und verdeutlicht auf einen Blick, wie die oberen Stockwerke zu erreichen sind.
Vortragsraum
Im anderen Atrium schwebt der große Hörsaal wie eine weiße Wolke über der Bibliothek. Die Bündelung öffentlicher Funktionen in den unteren Ebenen verstärkt den öffentlichen Charakter des Gebäudes. Verkehrsflächen haben Lobbycharakter und fließen reibungslos in Nutzerfunktionen ein. Der Raum wird nach Möglichkeit offen gelassen oder mit großen Glasfronten abgetrennt. Funktionen, die mehr Privatsphäre erfordern, wie z. B. die Theke oder die Bereiche, in denen sich das Restaurant befindet, wurden so weit wie möglich als freistehende Objekte gestaltet.

"Die Balken der Bänke und die der Stützen des Daches: Der Designer hat Wert darauf gelegt, dass die Ecken gleich sind."

Renske de Jong,
Projektleiter
Weil das blaue Volumen wie eine große Skulptur über der öffentlichen Landschaft von Terrassen, Freiflächen und Treppen hängt, entsteht am Boden des Gebäudes eine charakteristische und spektakuläre Innenwelt. Der leichte, zurückhaltende Einsatz von Farbe im Innenraum verstärkt die räumliche Struktur. Es schafft eine ruhige, utilitaristische Atmosphäre, die dem Charakter der Fakultät entspricht. Oben hingegen spiegelt sich das Blau konsequent als die Farbe der Fußböden, so dass der Unterschied zwischen den öffentlichen Bereichen am Boden und einer darüber liegenden geschlossenen Welt auch im Innenraum spürbar ist.
Auf Wunsch des Auftraggebers wurde in diesem Gebäude die Betonkernaktivierung angewendet. Infolgedessen gibt es keine Heizkörper im Gebäude. Das spart nicht nur Wartungs- und Reinigungskosten, sondern bietet vor allem eine enorme Nutzungsfreiheit. Aufgrund der konstanten Temperatur im gesamten Gebäude sind die Menschen nicht auf spezielle Klassenräume angewiesen, sondern können überall arbeiten.

Die indigoblaue Farbe des Exterieurs wurde in Absprache mit dem Kunden erstellt. Die tiefblaue Farbe schafft einen starken aber auch harmonischen Kontrast zur grünen Umgebung. Aufgrund der transparenten und reflektierenden Eigenschaften des Glases variieren die Farbe und der Eindruck des Gebäudes je nach Witterung stark: von hell und hellblau über sonnig bis dunkelblau und beeindruckend mit einer dichten Wolkendecke.
Das Bernoulliborg nimmt bereits einen selbstverständlichen Platz auf dem Campus ein. Tagsüber als Bienenstock, summend, beweglich und beschäftigt; als transparenter Lichtsender, wenn es dunkel ist.
Die begrenzte Bauzeit und die gewünschte flexible Struktur des Innenraums führten zur Verwendung einer Stahltragkonstruktion, die sowohl innen als auch außen sichtbar blieb. An der Stelle des blauen Volumens ist das Stahlskelett mit Holzrahmenelementen gefüllt. Um die Objektivität des Gebäudes hervorzuheben, wurde das Bild des Äußeren zu einem hohen Abstraktionsgrad erhoben. Die verschiedenen Ebenen, aus denen das Gebäude besteht, wurden sichtbar gelassen und stören sich gegenseitig. Die Linien der Bauteile und der Fassadenverkleidung sind erkennbar und die Fensteröffnungen sind scheinbar zufällig über die Fassade verstreut. Schließlich wird die Außenseite mit einem halbtransparenten Fleece versehen, indem das gesamte Volumen mit blauem Siebdruckglas umhüllt wird. Die Ansammlung von Schichten, sichtbar hinter dem bedruckten Glas sichtbar, geben der Fassade Tiefe. Dies gibt der Trennung zwischen Gebäude und Umgebung eine zusätzliche Dimension. Dieser Effekt wird durch die Reflexion der parkähnlichen Umgebung verstärkt.

Projektdaten

Projekt
Bernoulliborg, Fakultätsgebäude Mathematik und Naturwissenschaften

Standort
Groningen , Niederlande

Umgebung
Lehr- und Fakultätsgebäude für Mathematik und Naturwissenschaften mit Restaurant, Bibliothek und Hörsälen

Auftraggeber
Rijksuniversiteit Groningen

Umfang
13.800 m2

Besonderheiten
Publikation im Jahrbuch Architektur der Niederlande 2008 Nominiert für BNA Gebäude des Jahres 2008 Nominiert für World Architecture Festival 2008 Kategorie lernen Nominiert für Nationaler Stahlpreis 2008 2er Platz schönstes Gebäude Groningen 2008

Abbildungen
Jeroen Musch, Harry Cock

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Henk Stadens
Henk Stadens
Architekt | Partner
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