Umstrukturierung Groeseind

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Vom steinernen Arbeiterviertel zu einem dynamischen grünen Quartier, als ob es schon immer so gewesen wäre
Das ehemalige Arbeiterviertel Groeseind, ursprünglich rund um die Textilfabrik D.P. van Maren errichtet, wurde einer umfassenden Umstrukturierung unterzogen. Das typische Vorkriegsviertel mit kleinen Sozialwohnungen, wenig Grünflächen und vom Auto dominierten Straßen wurde in ein dynamisches grünes Quartier mit einer ungezwungenen Ausstrahlung verwandelt, das den Eindruck vermittelt, es wäre schon immer so gewesen. Mit einer breiten Palette an Miet- und Eigentumswohnungen ist ein vielseitiges und begehrtes Quartier entstanden, von dessen Konzeption positive Impulse für die umliegenden Vierteln ausgehen.

“Rückblickend bin ich insbesondere auf die hohe Qualität der Planung stolz, die trotz schwieriger ökonomischer Rahmenbedingungen niemals in Frage gestellt wurde.”

Mark van Doorn
Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft Janssen de Jong Projectontwikkeling
Steinernes Arbeiterviertel mit engen Straßen
Das alte Groeseind war ein eintöniges, steinernes Viertel mit 380 kleinen Sozialwohnungen aus den 1920er und 1950er Jahren. Ein Erscheinungsbild mit wenig Grünflächen, stattdessen schmale Straßen, an denen geparkt wurde. Die Wohnungen waren schon seit geraumer Zeit technisch veraltet und entsprachen nicht mehr den Bedürfnissen der Mieter. Die Lebensqualität  wurde zusätzlich durch ein Gewerbegebiet mit (Auto‑)Werkstätten, Tankstelle und einer großen Textilfabrik inmitten des Wohngebiets beeinträchtigt. Die Modernisierung dieses unzeitgemäßen Stadtviertels haben die Projektentwickler Janssen de Jong Projectontwikkeling und Hurks vastgoedontwikkeling, die Wohnungsbaugesellschaften WonenBreburg und Tiwos, sowie die Stadt Tilburg gemeinsam in Angriff genommen. De Zwarte Hond hat zunächst den Masterplan und anschließend auch den Bebauungsplan erstellt.
Lageplan
Grün und Vielfalt als wichtigste Bestandteile der Umstrukturierung
Die Erweiterung des Angebots an (öffentlichen) Grünflächen und die Diversifikation des Wohnungsangebotes waren die wichtigsten Maßnahmen im Rahmen der Umstrukturierung. Darüber hinaus wurde viel Wert auf die Stärkung vorhandener Qualitäten gelegt.

Ein Netzwerk öffentlicher Grünräume bildete den Ausgangspunkt der Planung. Begrünte Straßenzüge und Plätze erhöhen die Lebensqualität und verbinden Alt und Neu im Viertel. Das Zentrum des Planungsgebietes bildet ein langgestreckter Park, der den Anwohnern zum Spielen, Erholen und Entspannen dient. Die Alleen dieses Stadtteils von Tilburg führen zum Park und werden um ihn herumgeleitet. Bei den Wohnstraßen lag der Schwerpunkt auf einer hohen Aufenthaltsqualität, einige der Straßen sind daher sogar für den Durchgangsverkehr gesperrt. Private Vorbereiche vor den Häusern und Sitzelemente als Stadtmobiliar laden die Bewohner ein, den grünen Außenbereich intensiv zu nutzen. Die Parkplätze sind in untergeordneten Zwischenbereichen angeordnet. Die Neuplanung, der die bestehende städtebauliche Struktur zugrunde lag, fügt sich wie selbstverständlich in den übergeordneten Stadtteil ein.
Architektur
Der Entwurf der Wohnungen für das modernisierte Viertel Groeseind wurden in die Hand von neun Architekturbüros gelegt. Vorgaben im Bebauungsplan garantieren Zusammenhang und Ausgewogenheit im Stadtteil, gleichzeitig erhielt jede der Straßen einen eigenen Charakter. Einfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau unterschiedlicher Typologien wechseln einander ab, ebenso (soziale) Miet- und Eigentumswohnungen. Der Hochbau “Villament” überragt die niedrige Bebauung und bietet einen Orientierungspunkt im Stadtteil. Die Backsteinfassaden der Wohngebäude entlang der Hauptstraßen in fröhlichen Orangetönen sind eine wahre Wohltat, nur zu gern vergisst man die grauen Fassaden aus der Zeit vor der Sanierung.
Groeseind: Ein Erfolg dank seiner engagierten Bewohner, Entwerfer und Auftraggeber
Umstrukturierungen erfordern von den ersten Ideen bis zur Umsetzung viel Zeit. Ein offener Dialog von Anfang an hat Vertrauen, Engagement und lösungsorientiertes Denken gefördert. Unter den vielen Beteiligten waren derzeitige und zukünftige Bewohner, vier aufgeschlossene Auftraggeber, eine proaktive Stadtverwaltung mit Weitblick sowie zahlreiche Entwerfer. De Zwarte Hond hat als Supervisor den Prozess gesteuert und den Qualitätsanspruch sichergestellt. Alles unter dem Motto: “Nicht strikt, aber konsequent”, immer im Sinne einer guten Abstimmung zwischen den verschiedenen Parteien und Interessengruppen sowie mit der Zielvorstellung eine organisch gewachsene Stadt zu schaffen.


Beteiligte Architekturbüros: Aartsen & Partners Architecten, Atelier Brink, AtelierPro, AWG Architecten, Bedaux de Brouwer Architecten, Biq/Hans van de Heijden Architecten, Rijnvos Voorwinde Architecten, Rocha Tombal Architecten und De Zwarte Hond (zudem Landschaftsentwurf und Supervisor).

“Mit der Zielsetzung ‘ein lebendiges und zukunftssicheres Groeseind’ zu schaffen, haben wir 2002 die Umstrukturierung des veralteten Arbeiterviertels in Angriff genommen.  Ich glaube, wir alle – und nicht zuletzt die Bewohner – sind zu Recht stolz auf das Ergebnis. Groeseind hat sich in ein wirklich großartiges Viertel gewandelt, ein Aushängeschild für die Stadt Tilburg.”

“Als vertrauensbildende Maßnahme haben wir die Bewohner von Anfang an in einen offenen Dialog eingebunden, daraus resultierte großes Engagement und starker Rückhalt  in der Bevölkerung. Das Ergebnis ist ein lebendiges, modernes Quartier mit einem breitgefächerten Angebot, das den Wohnansprüchen der Stadt entspricht.”

Projektdaten

Projekt
Umstrukturierung Groeseind

Standort
Tilburg, Niederlande

Umgebung
Bebauungsplan für ein Wohngebiet mit 470 Wohnungen

Auftraggeber
Janssen de Jong Projectontwikkeling, WonenBreburg, Tiwos, Hurks vastgoedontwikkeling, gemeente Tilburg

Zeitraum
2006 - 2018

Umfang
144.000 m2

Abbildungen
ScagliolaBrakkee, Petra Appelhof, aerial photos: Janssen de Jong Projectontwikkeling

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Jeroen de Willigen
Jeroen de Willigen
Creative Director | Partner
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