Umstrukturierung Grunoviertel

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Intensive Bürgerbeteiligung sorgt für breite Unterstützung
Das Grunoviertel, ein Arbeiterviertel der 1920er Jahre, liegt am Rande der historischen Innenstadt Groningens und in fußläufiger Entfernung zum Hauptbahnhof. Der zunehmende Verfall der Bausubstanz veranlassten die Stadt Groningen und die Wohnungsbaugesellschaft Nijestee als Eigentümerin, sich Gedanken über die Zukunft des Wohnviertels zu machen. Erste Studien zeigten schnell, dass ein umfassender Erhalt der Bausubstanz bauökonomisch unmöglich ist.

So wurde einvernehmlich zwischen der Stadt, der Eigentümerin Nijestee und den Bewohnern beschlossen, einen neuen städtebaulichen Plan zu erstellen. In einem offenen und jederzeit transparenten Entwurfsprozess wurden auf der Grundlage von vier städtebaulichen Archetypen verschiedene Kombinationsmodelle entwickelt. Mit einem Evolutionsprozess vergleichbar, wurden die Entwürfe und Modelle laufend evaluiert. Der offene und transparente Prozess sorgte dafür, dass die Pläne von den Bewohnern mitgetragen wurden,  obwohl ein weitgehender Abriss der bestehenden Gebäude vorgesehen war.

Die neugeplante, städtebauliche Grundstruktur besteht aus 8 unterschiedlich großen Blöcken, die sich um einen zentralen, langgestreckten Freiraum gruppieren. Die Höhe der Blöcke variiert treppenartig zwischen 3 und 7 Geschossen. Diese Höhenstaffelung entspringt drei Grundideen: Zum einen soll diese städtebauliche Räume unterschiedlichen Maßstabs schaffen, zum anderen sollen die durch die Abtreppung optimal zugänglichen Dachflächen den Verlust an Freiraum kompensieren, der durch die neue, dichtere Bebauung entsteht. Nicht zuletzt soll die Staffelung die umsetzenden Architekten motivieren, komplexe Gebäude mit vielen verschiedenen Wohnungstypologien – vom einfachen Reihenhaus bis hin zum Penthouse – zu entwerfen.

Neben dem städtebaulichen Plan wurde ein Gestaltungshandbuch entwickelt, so dass trotz unterschiedlicher Architekten eine gemeisame städtische Identität in den einzelnen Gebäuden erkennbar wird und zugleich vielfältige Beziehungen zwischen Gebäude und Freiraum entstehen.

"Das Grunoviertel war viel mehr als eine Summe von Häuserzeilen. Hier gab es einen regen Austausch zwischen den Bewohnern. Man kannte sich. Diese Qualitäten haben wir in dem neuen Plan bewahrt."

Der Übergang zwischen dem öffentlichen Raum von Straße und Platz und der geschützen Privatssphäre des Hauses ist sehr wichtig.

„Baublöcke können sehr eigenständig und als autonome Objekte behandelt werden. Wir haben genau das Gegenteil gemacht: Wir sind von den Straßen und öffentlichen Bereichen ausgegangen. Jede Seite eines Blocks fügt sind ins gewünschte Straßenbild.“

Der dritte Block der Grunobuurt, Typhoon, wurde von De Zwarte Hond entworfen. Für weitere Informationen klicken Sie hier.

Projektdaten

Projekt
Umstrukturierung Grunoviertel

Umgebung
Städtebauliche Planung für ein Wohnviertel aus den 1920er Jahren

Auftraggeber
Gemeente Groningen, Nijestee

Umfang
60.000 m2

Abbildungen
Harry Cock, Gerard van Beek

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Jeroen de Willigen
Jeroen de Willigen
Creative Director | Partner
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