IABR 2016 - Atelier Rotterdam

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Forschungen zur 'Next Economy' auf der Architekturbiennale 2016
Die 2016er-Auflage der Internationalen Architektur Biennale Rotterdam (IABR) rückte die ‘Next Economy’ in den Fokus. Dazu leistete De Zwarte Hond in mehreren Sektionen einen aktiven Beitrag bei de IABR. Daan Zandbelt leitete das Projektatelier ‘Rotterdam: Die produktive Stadt’ und war damit zugleich im Kuratorium der Ausstellung im Feninxloods II vertreten.
Jeroen de Willigen war in seiner Funktion als Stadtbaumeister von Groningen an verschiedenen Programmpunkten beteiligt, die das Projektatelier dieser Stadt betreffen.
Projektpartner l’AUC und marco.broekman

„Es geht um die Verbindung von Groß und Klein, von Neu und Alt, von Stadt und Land. Dies schafft Strukturen für eine Kreislaufwirtschaft, in der Abfall als hochwertiger Rohstoff für neue Produkte dient.“

Daan Zandbelt
Architekt / Partner
Die zentrale These des Projektateliers „Rotterdam: Die produktive Stadt“ lautet, dass gerade lokale Akteure im Übergang zur ‘Next Economy’ eine wichtige Rolle spielen. Neue Technoloigen machen es heute möglich, Poduktion und Kosumption viel stärker lokal zu organisieren, was neue Verwertungskreisläufe ermöglicht. Aus Abfäll werden z.B. wertvolle Rohstoffe für neue Produkte. Laut Daan Zandbelt ist das Design ein wichtiger Bestandteil für die moderne Wirtschaft. “Es ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Machen and Denken”, so Zandbelt. “Nicht nur im Baugewerbe, sondern in allen verarbeitenden Sektoren.”

Rotterdams Geschichte als Hafenstadt bietet im Übergang zur ‘Next Economy’ eine gute Basis, auf die sich aufbauen lässt. Erste erfolgversprechende Ansätze sind bereits da: In den Häfen von Rotterdam macht die traditionelle Industrie Platz für Wirtschaft, Bildung und Forschung; beispielhaft dafür ist das ehemalige Schwimmparadies Tropicana, das zum Laboratorium für Gründer in der zirkulären Ökonomie wurde.
Zirkuläre Landschaften: Nachhaltige Mega-Fabriken ersetzen aktuelle petrochemische Anlagen
Die Ergebnisse des Projektateliers Rotterdam wurden zu einer Entwicklungsperspektive für die Stadt und ihre Region gebündelt. Zurzeit ist die Region noch ein mehr oder minder unzusammenhängender Flickenteppich von verschiedenen Sektoren (unter anderem der Produktionsökonomie). Dabei weist der Großraum Rotterdam mehr als andere Regionen ein hohes Potenzial zur Verknüpfung dieser verschiedenen Sektoren auf. So kann eine Produktionsökonomie entstehen, die eine starke regionale Wirtschaft stützt. Zugleich ist sie in der Lage, sich mit internationalen Netzwerken zu verbinden.

Um diese Vision in die Realität umzusetzen, wird ein Konzept der zirkulären Landschaften vorgeschlagen: Produkte von verstreuten Sektoren werden zu einem einzigen großflächigen zirkulären System zusammengefasst, in dem die Kreisläufe von Abfall und Energie zu geschlossenen Systemen werden. Das Ergebnis: ein sauberer Hafen, der lokale Qualitäten mit dem internationalen Handel verknüpft. Die strategischen Interventionen, die die Produktionsökonomien im Großraum Rotterdam zu einem Ökosystem zusammenschließen sollen, waren in der IABR-Ausstellung zu sehen.
Intelligente Verbindungen zwischen Gewächshäusern, erneuerbaren Energien, biobasierten Industrien, Recyclinganlagen...
Erneuerte Hauptstraßen: ‘Straßen zurückfordern’

Indem produzierendes Gewerbe in der Stadt sichtbar wird, entstehen Chancen für diverse Produktionsnetzwerke. Das stärkt das Selbstbewusstsein und die Zusammenarbeit.

Attraktive Sockel: Durch die Aktivierung der Erdgeschosse werden die Hauptstraßen lebendiger

„Nur indem man ‚Denken‘ und ‚Machen‘ koppelt, kann man vermeiden, dass wichtige Entwicklungen in theoretischem Geschwätz stecken bleiben.“

Daan Zandbelt
Architekt / Partner
Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen, die Daan Zandbelt für sich persönlich aus den Studien ziehen konnte, ist die Erkenntnis, dass man sich in den vergangenen Jahren zu sehr auf die Wissensökonomie konzentriert hat. Seiner Meinung nach kann eine gesunde Wissensökonomie jedoch nur in Kombination mit einer ebensolchen Produktionsökonomie funktionieren. „Nur indem man ‚Denken‘ und ‚Machen‘ koppelt, kann man vermeiden, dass wichtige Entwicklungen in theoretischem Geschwätz stecken bleiben. Das Machen führt zu konkreten Aktivitäten, zu fühl- und sichtbarem Fortschritt. Das spielt auf allen Maßstabsebenen eine Rolle: von der Umsetzung einer Idee in ein Produkt bis hin zum „Face-to-Face“-Kontakt von Bildungseinrichtungen und Betrieben in der Region. Wenn die Verknüpfung von Denken und Machen gelingt, kann sich das innovative Potential einer Region um ein Vielfaches steigern“, formuliert Daan Zandbelt pointiert.
Lernende Stadt: Bildung erfordert vielfältige Standorte für Bildung und Forschung auf allen Ebenen der Skala

Mit seiner Geschichte als Hafenstadt hat Rotterdam eine solide Basis für eine moderne Produktionsökonomie.

Im Rahmen der IABR-Studien untersuchte das Projektatelier „Groningen. Auf dem Weg zu einer neuen Energielandschaft“ die Chancen einer Stadt, die sich von der Nutzung fossiler Brenn- und Kraftstoffe verabschiedet. Die Leitung dieses Projektateliers lag bei Jeroen de Willigen, Stadtbaumeister von Groningen und Partner von De Zwarte Hond.

Die wichtigste Schlussfolgerung dieser Studie lautet, dass der Ausbau von sauberer und geräuscharmer Mobilität viel Raum zur Entwicklung im urbanen Gefüge schafft. Dieses Potential kann zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt genutzt werden.

Projektdaten

Projekt
IABR 2016 - Atelier Rotterdam

Standort
Rotterdam, Niederlande

Umgebung
Atelier zur Next Economy auf der Architekturbiennale 2016

Auftraggeber
IABR

Projektpartner
marco.broekman, L'AUC

Zeitraum
2015 - 2016

Besonderheiten
The atelier master was Daan Zandbelt (De Zwarte Hond)

Abbildungen
Hans Tak, Lotte Stekelenburg, De Zwarte Hond

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Daan Zandbelt
Daan Zandbelt
Stadtplaner | Architekt | Partner
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