Orbis Medical Center

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Im Krankenhaus der Zukunft steht der Patient im Mittelpunkt
Seit Anfang 2001 sind Bonnema Architekten in Sittard mit der Planung des Krankenhauses der Zukunft betraut. Das Leitprinzip war, dass der Patient im Mittelpunkt sollte. Das klingt einerseits sehr einleuchtend, stellt aber bei konsequenter Umsetzung viele Automatismen auf den Prüfstand. Letzlich erfordert das Denken aus Sicht des Patienten eine Arbeitsweise, bei der die Organisation sich in den Dienst des Patienten stellt. Beim Entwurf eines Krankenhauses muss man sich entsprechend intensive Gedanken darüber machen, wie das Krankenhaus als Unternehmen geführt und im laufenden Betrieb organisiert ist. Im Ergebnis dieses Denkprozesses steht ein Gebäude, das auf die Abläufe und Anforderungen des Krankenhausbetriebes perfekt abgestimmt ist: Das Gebäude dient der Organisation!

"Orbis entschied sich im neuen Gebäude bewusst für Einzelzimmer, um dem Patienten maximale Autononie während des Klinikaufenthalts zu ermöglichen."

Entworfen wurde ein Gebäude mit linearer Struktur, bei dem die Achse durch eine zentrale überdachte Straße gebildet wird. Dies definiert alle direkten öffentlichen und patientenorientierten Funktionen. Als öffentlich zugänglicher Bereich bietet die Straße multioptionale Möglichkeiten und kann künftig sogar noch erweitert werden, ohne dass sich die definierten Nutzungen gegenseitig stören und der Organisationsablauf gefährdet würde. Ein Schlüsselbegriff im Designprozess war die Flexibität auf verschiedenen Ebenen: neben der Volumenflexibilität (Erweiterbarkeit)und der Konversionsflexibilität (die Fähigkeit, Funktionen zu verschieben) war die initiale Flexibilität (die Freiheit, über die endgültige Klassifizierung so spät wie möglich zu entscheiden) von großer Bedeutung.
Das Nachdenken über die Organisation wird sich natürlich im Laufe der Zeit ändern und daher auch ein modulares Gebäude bieten müssen. Die genannten Flexibilitätsbetrachtungen gelten auch für die Ermittlung der Integration von Technologie und Konstruktionen. Die Wahl fiel auf das Prinzip einer technischen Zwischenschicht. Dies bildet gewissermaßen eine Bajonettverbindung zwischen den verschiedenen Zentren. Dies ermöglicht es, Wellenstrukturen an den verschiedenen Zentren zu schneiden, ohne einander zu beeinflussen. Die Positionierung der Technologie in der Mitte des Gebäudes macht es möglich, das Gebäude in Zukunft um eine zusätzliche Gebäudeebene zu erweitern.
Das Krankenhaus ist thematisch in vier Funktionsbereiche unterteilt: Publikum – Treffen – Bleiben – Arbeiten. Diese Gliederung wurde in ein Innenraumkonzept mit vier Klimazonen übersetzt, nämlich: tropisch, subtropisch, gemäßigt und polares Klima. Dem Funktionsbereich "Arbeit" entspricht das polare Klima, was zu einer frischen Atmosphäre für eine ruhige Arbeitsumgebung für die Innenarchitektur geführt hat. Optimale Arbeitsbedinungen für das medizinische Fachpersonal sollten zu einer maximalen gegenseitigen Befruchtung von Wissen und Forschung führen, was mit einem offenen Bereich mit Arbeitsnischen, Cockpits, Lounge- und Beratungsarbeitsplätzen realisiert wurde. Durch das Hinzufügen einer Split-Level-Ebene wird eine räumliche Beziehung zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Stock geschaffen. Damit liegt die Decke des Arbeitsbereichs auf einer Höhe von 4900 mm und ist qualitativ ein expliziter Mehrwert für die Büroumgebung. Der Bereich der Fachkräfte steht in maximalem Bezug zu den Sprechzimmern, den Pflegestationen und den Behandlungsräumen, was durch eine Trennung der Laufwege erreichte wurde. Ganz konkret bedeutete dies, dass sich Fachpersonal und Patient nur in den Sprechzimmern, Behandlungsräumen oder Pflegeabteilungen trafen.

Projektdaten

Projekt
Orbis Medical Center

Standort
Sittard-Geleen, Niederlande

Umgebung
Effizientes und flexibles Krankenhaus mit medizinisches Versorgungszentrum, Rehabilitationszentrum, psychiatrischem Zentrum und Ausbildungsabteilung

Auftraggeber
Orbis Medisch en Zorgcentrum

Umfang
73.850 m2

Besonderheiten
Krankenhaus (73.850 m2) mit Pfelge-Center, Erholungsheim, psychiatrische Klinik und Schule für Gesundheits- und Krankenpflege.

Abbildungen
De Beer Zwarts, Michel Kievits

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Jurjen van der Meer
Jurjen van der Meer
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