Wegweiser Urbanisierung Südholland

Projekt    Slideshow    Projektdaten
Die großen Herausforderungen im Wohnungsbau bieten auch Chancen, unsere Städte und Dörfer zu stärken
In der Provinz Südholland werden in den nächsten zwei Jahrzehnten rund 250.000 neue Wohnungen benötigt. Wenn diese Wohnungsbauaufgabe auch als Investitionsimpuls für die Region aufgefasst wird, können gleichzeitig andere drängende Entwicklungsaufgaben angegangen werden. Beispielsweise eine bessere Verkehrsanbindung, nicht zuletzt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Umsetzung der Energiewende, die Anpassung städtischer Strukturen an den Klimawandel sowie die ökonomische Erneuerung der Region.

De Zwarte Hond stellte in enger Zusammenarbeit mit der Provinz Südholland einen Wegweiser Urbanisierung auf. Der Wegweiser basiert auf sechs Leitprinzipien, die darauf abzielen, die gesamte Provinz zu stärken:


  1. Bauen innerhalb des vorhandenen Stadtgefüges

  2. Diversifikation des Wohnungsangebots

  3. Neubau in der Nähe von ÖPNV-Knotenpunkten

  4. Förderung der Energiewende

  5. Nutzung der Potentiale von Grün und Wasser

  6. Entwicklung und Stärkung von Zonen für die New Economy

Auf der Potentialkarte sind vielversprechende Orte markiert. Dies dient der Anschaulichkeit und zur Inspiration.

Der Wegweiser basiert auf sechs Leitprinzipien, die darauf abzielen, die gesamte Provinz zu stärken. Auf Grundlage dieser sechs Leitprinzipien sind für die Provinz fünf erfolgversprechende räumliche Interventionen beziehungsweise urbane Strategien interessant.

Auf Grundlage dieser sechs Leitprinzipien sind für die Provinz fünf erfolgversprechende räumliche Interventionen beziehungsweise urbane Strategien interessant:

1. Potentielle Transformationsgebiete in Angriff nehmen
Die Wohnungsbauaufgabe kann der Sanierung von veralteten Hafengebieten, Gewerbe- und Büroparks einen nicht zu unterschätzenden Impuls geben. Diese Flächen mitten im städtischen Gefüge verfügen oft über eine gute öffentliche Verkehrsanbindung und können in städtische Mischgebiete umgewandelt werden. So wird sowohl Raum für neue (städtische) Lebenswelten als auch für die New Economy geschaffen. Hier gilt es, ein Gleichgewicht zwischen gewünschter Lebensqualität und unvermeidbarer Umweltbelastung durch die Arbeitswelt zu finden.

2. Qualitative Aufwertung der Landschaft
Die Landschaft der Provinz Südholland steht unter Druck. Städtisches Grün ist oftmals fragmentiert, grüne Stadtränder und Erholungsgebiete sind veraltet und abgenutzt, und Barrieren verhindern den Kontakt zwischen Stadt und Land. Bei der Lösung der Wohnungsbauaufgabe können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: die (vorhandene) Stadt verdichten und gleichzeitig grüner machen. Investitionen in städtische Grünflächen schaffen nicht nur attraktive städtische Lebensräume, sondern stimulieren auch ihre Bewohner sich mehr zu bewegen. Gleichzeitig erhalten Wasserspeicherung und natürliche Kühlung – drängende Aufgaben im Rahmen des Klimawandels – mehr Raum.

3. Entwicklung von ÖPNV-Knotenpunkten
Die Erweiterung des Wohnungsangebots sollte für die Entwicklung der ÖPNV-Knotenpunkte genutzt werden. Durch den Bau von Wohnhäusern in der Nähe von Bahnhöfen (Bahn, U-Bahn, Stadtbahn und Wasserbus) werden die öffentlichen Verkehrsmittel besser genutzt und können zudem weiter ausgebaut werden. Wenn jede Haltestelle einen eigenen, attraktiven Charakter erhält, wird es zum Vergnügen von einem Ort zum anderen zu reisen.
Das Programm zur Entwicklung von ÖPNV-Knotenpunkten hat gemischt städtischen Charaker: Die erfolgversprechenden Orte weisen unterschiedliche Qualitäten auf; in urbanen Ballungsräumen sind multimodale Knoten und in Gebieten mit weniger Dichte einfache Knotenpunkte das Mittel der Wahl.

"Die Nachverdichtung bestehender Dörfer und Städte sollte mit einem Impuls für die Grünqualität in der Wohnumgebung einhergehen.“

Daan Zandbelt
Städtebauer / Architekt / Partner
4. Aufhebung der Barrierewirkung von Verkehrswegen
Eisenbahnlinien, Zufahrtsstraßen, Kreisstraßen, Wasserstraßen und Deiche wirken oft als Trennungslinien und können das urbane Gefüge regelrecht zerschneiden. Das Aufheben dieser Barrieren verbessert nicht nur die Erreichbarkeit von Arbeitsstätten und Einrichtungen, sondern erhöht auch die Kohäsion des städtischen Gefüges. In Gebieten, die diesseits und jenseits einer Trennungslinie deutliche sozioökonomische Unterschiede aufweisen, kann auf diese Weise die soziale Inklusion gefördert werden. Zudem werden die unmittelbar an diese Infrastruktur angrenzenden Flächen oftmals kaum genutzt, dort ist also Potential zur Nachverdichtung innerhalb der bestehenden Bebauung.

5. Investitionen in zukunftsfähige Wohnsiedlungen und Dörfer
Die Lebensqualität in vielen Wohngebieten und Dörfern der Nachkriegszeit entspricht nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen. Darüber hinaus muss der Wohnungsbestand im Hinblick auf die Energiewende und den Klimawandel zukunftssicher gemacht werden. Neubauwohnungen können auf diese drängenden Fragestellungen reagieren und zu ihrer Lösung beitragen. Für die Generation der Baby-Boomer sollte die Möglichkeit geschaffen werden, innerhalb ihrer vertrauten Nachbarschaft in eine neue, bedarfsgerechte Wohnung umzuziehen. Die frei gewordenen Häuser und Quartiere können dann energieeffizient und klimagerecht saniert werden. Dort können dann junge Familien einziehen. Durch die Kombination und Bündelung der Investitionen entsteht eine Win-Win-Situation.

Der Wegweiser Urbanisierung Südholland steht hier in niederländischer Sprache zum Download bereit.

Projektdaten

Projekt
Wegweiser Urbanisierung Südholland

Standort
Südholland, Niederlande

Auftraggeber
Provincie Zuid-Holland

Projektpartner
CO-URB

Zeitraum
2017 - 2017

Erfahren Sie mehr?

Daan Zandbelt
Daan Zandbelt
Stadtplaner | Architekt | Partner
E-Mail
LinkedIN

Verwandt

Alle Projekte